Gründen in Thüringen: Warum Gründer hier einen Vorteil haben, den es so kaum anderswo gibt
Vor vier Monaten habe ich gegründet. Und ehrlich gesagt wusste ich nicht, was mich erwartet.
Wer gründet, startet selten mit einem perfekten Plan.
So war es zumindest bei mir. Die Idee war da. Die Motivation ebenfalls. Aber mit jeder Woche tauchten neue Fragen auf. Wie wird aus einer Idee tatsächlich ein Unternehmen? Wer sind die richtigen Kunden? Welche Fehler sollte man vermeiden? Und wie schafft man es, aus der Begeisterung für ein Thema ein funktionierendes Geschäftsmodell zu entwickeln?
Heute, vier Monate nach meiner Gründung, habe ich auf viele dieser Fragen noch immer keine endgültigen Antworten. Und das ist wahrscheinlich völlig normal.
Denn Gründen ist kein Zustand. Es ist ein Prozess.
Rückblickend war einer der größten Vorteile für mich nicht die Geschäftsidee selbst, sondern der Standort Thüringen. Viele denken bei Unternehmensgründungen zuerst an Berlin, München oder Hamburg. Ich habe dagegen die Erfahrung gemacht, dass Thüringen Gründerinnen und Gründern etwas bietet, das häufig unterschätzt wird: kurze Wege, starke Netzwerke und echte Unterstützung.
Warum ich mich für Thüringen als Gründerstandort entschieden habe
Als meine Geschäftsidee konkreter wurde, stellte sich irgendwann die Frage, an wen ich mich überhaupt wenden kann.
Natürlich gibt es unzählige Artikel, Videos und Ratgeber im Internet. Doch Theorie und Praxis sind zwei völlig unterschiedliche Dinge. Gerade in der frühen Phase einer Gründung entstehen Fragen, die sich nicht immer mit einer Google-Suche beantworten lassen.
Deshalb habe ich relativ früh Kontakt zum Thüringer Zentrum für Existenzgründungen und Unternehmertum, dem ThEx, aufgenommen.
Rückblickend war das eine der besten Entscheidungen meiner bisherigen Gründungsreise.
Nicht weil dort jemand meine Geschäftsidee entwickelt oder die Arbeit für mich übernommen hätte. Sondern weil ich dort Menschen getroffen habe, die wussten, welche Herausforderungen auf Gründer zukommen und welche Unterstützungsmöglichkeiten es gibt.
Mehr als eine Beratung
Ehrlich gesagt hatte ich anfangs erwartet, ein Beratungsgespräch zu führen und danach wieder auf mich allein gestellt zu sein.
Stattdessen öffnete sich eine Welt, die ich vorher gar nicht kannte.
Über das ThEx lernte ich verschiedene Angebote kennen, die Gründer in Thüringen bei ihren ersten Schritten unterstützen. Seminare, Workshops, Expertenwissen, Veranstaltungen und Netzwerktreffen waren plötzlich keine theoretischen Begriffe mehr, sondern konkrete Möglichkeiten, mich weiterzuentwickeln.
Besonders beeindruckt hat mich dabei, dass viele dieser Angebote kostenfrei genutzt werden können.
Gerade in einer Phase, in der Investitionen sorgfältig abgewogen werden müssen, ist das ein echter Vorteil. Statt hohe Summen für Coaching oder Weiterbildung auszugeben, konnte ich Wissen aufbauen, Fragen stellen und Kontakte knüpfen.
Genau dieser Zugang zu Wissen und anderen Unternehmern ist aus meiner Sicht einer der größten Vorteile beim Gründen in Thüringen.
Die wichtigsten Erkenntnisse entstehen oft im Gespräch
Natürlich habe ich in den vergangenen Monaten viel gelernt.
Über Marketing.
Über Vertrieb.
Über Positionierung.
Über Unternehmertum.
Die wertvollsten Erkenntnisse kamen allerdings häufig nicht aus Präsentationen oder Fachbüchern, sondern aus Gesprächen.
Wenn Gründer aufeinandertreffen, entstehen oft ganz andere Perspektiven. Man merkt plötzlich, dass viele dieselben Herausforderungen haben. Fast jeder kämpft mit Unsicherheiten. Fast jeder stellt sich die Frage, ob die eigene Idee wirklich funktionieren kann.
Dieser Austausch hat mir gezeigt, dass Zweifel kein Zeichen von Schwäche sind.
Sie gehören zum Gründen dazu.
Warum Wunschkunde und Persona plötzlich wichtig wurden
Ein Thema begegnete mir dabei immer wieder: die Zielgruppe.
Zu Beginn meiner Reise dachte ich, mein Angebot könnte für sehr viele Menschen interessant sein. Das klingt zunächst logisch. Je größer die Zielgruppe, desto größer die Chancen. Oder?
Heute sehe ich das anders.
Durch Gespräche, Seminare und Feedback wurde mir immer wieder bestätigt, wie wichtig ein klar definierter Wunschkunde ist. Auch der Begriff Persona, den ich anfangs eher als Marketing-Theorie wahrgenommen habe, bekam für mich eine völlig neue Bedeutung.
Denn je genauer man weiß, wem man helfen möchte, desto einfacher wird alles andere.
Die Kommunikation wird klarer.
Das Marketing wird zielgerichteter.
Und die eigenen Angebote werden verständlicher.
Diese Erkenntnis hat meine Sicht auf Unternehmensaufbau nachhaltig verändert.
Ein weiterer wichtiger Schritt auf meinem Weg
Im Laufe meiner Gründungsbegleitung erhielt ich schließlich den Hinweis, am Gründungsideenwettbewerb teilzunehmen.
Auch das war rückblickend eine wertvolle Erfahrung.
Weniger wegen des Wettbewerbs selbst, sondern wegen der Gespräche, des Feedbacks und der Menschen, die ich dort kennenlernen durfte.
Man erhält die Möglichkeit, die eigene Idee kritisch zu hinterfragen und aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Gerade in der Gründungsphase ist das unglaublich hilfreich, weil man oft sehr tief im eigenen Projekt steckt.
Außerdem wurde mir dort noch einmal deutlich, wie stark das Thüringer Gründungsnetzwerk miteinander verbunden ist und wie viele Menschen sich engagieren, um neue Unternehmen auf ihrem Weg zu unterstützen.
Vier Monate später
Wenn ich heute auf die vergangenen Monate zurückblicke, fällt mir vor allem eines auf: Ich habe deutlich mehr gelernt als erwartet.
Nicht nur über Marketing oder Unternehmensführung.
Sondern auch über mich selbst.
Ich habe gelernt, Entscheidungen zu treffen, obwohl nicht alle Informationen vorliegen. Ich habe gelernt, mit Unsicherheiten umzugehen. Und ich habe gelernt, dass Perfektion häufig der größte Feind von Fortschritt ist.
Vor allem habe ich gelernt, dass erfolgreiche Gründungen selten allein entstehen.
Sie entstehen durch Austausch.
Durch Feedback.
Durch Netzwerke.
Und durch die Bereitschaft, sich ständig weiterzuentwickeln.
Fazit: Gründen in Thüringen lohnt sich
Vier Monate nach meiner Gründung weiß ich nicht, wohin meine Reise in den nächsten Jahren führen wird.
Vielleicht entwickelt sich mein Unternehmen ganz anders als heute geplant. Vielleicht entstehen neue Angebote oder neue Geschäftsfelder. Das gehört zum Unternehmertum dazu.
Was ich aber schon heute sagen kann: Gründen in Thüringen bietet Chancen, die viele Menschen gar nicht auf dem Schirm haben.
Für mich waren dabei nicht einzelne Seminare oder Veranstaltungen entscheidend. Es war das Zusammenspiel aus Unterstützung, Wissen, Netzwerken und Menschen, die bereit sind, ihre Erfahrungen zu teilen.
Das ThEx war ein wichtiger Teil dieser Reise und oft der Türöffner zu neuen Kontakten, Veranstaltungen und Möglichkeiten. Gleichzeitig hat mir diese Erfahrung gezeigt, dass Thüringen weit mehr ist als nur ein Standort auf der Landkarte.
Für Gründerinnen und Gründer ist es ein Ort, an dem man Unterstützung findet, ohne alles allein stemmen zu müssen.
Und genau deshalb würde ich den Schritt jederzeit wieder gehen.
